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Der folgende Bericht stammt von einem Mitglied der Rabauken Bergstrasse

 Mitte letzten Jahres beschloss ich, mich einer 10köpfigen Schottlandreisegruppe, bestehend aus Hardrockfans, Fußballfans und einer Frau, anzuschließen. Die Interessen der einzelnen Personen sollte auf dieser Reise abgedeckt werden, und so besorgte man sich schon im Vorfeld Eintrittskarten für ein Motörhead Konzert in Glasgow.

Aber der Reihe nach: Am Freitag den 3. November brachen wir von der Bergstrasse in Richtung Flughafen Hahn auf und flogen gemäß dem Slogan „Geiz ist geil“ für billige 45Euro/Person mit Ryanair (Hin und Rückflug) nach Glasgow-Prestwick (ca.45min mit der Bahn vom Stadtzentrum) um dort unser Hostel zu beziehen. Diese Hostels kann ich nur jedem empfehlen, da diese sauber und preisgünstig sind. Nach dem Sammeln der ersten Eindrücke von Stadt und diversen Pubs, ließen wir den Abend in einer Hardrockdisco ausklingen. Am nächsten Morgen hieß es erstmal Stadt genauer erkundigen und in Erfahrung zu bringen, wie man am besten nach Motherwell kommt. Motherwell ist ein Club, welcher in der ersten schottischen Liga eher ein Schattendasein fristet, aber aufgrund der Tatsache, dass Celtic Glasgow gegen die Hearts aus Edinburgh spielte, rechnete man sich null Chancen aus, an irgendwelche Karten zu kommen. Dies änderte sich während des Besuchs eines Trödelmarktes schlagartig. Wir kamen mit Freunden der dritten Halbzeit von Celtic ins Gespräch und diese begannen erstmal herzhaft zu lachen, als wir ihnen erzählten, das wir uns ein Spiel in Motherwell ansehen wollten. Sie empfahlen uns (es war ca. 4 Stunden vor Spielbeginn) direkt zum Stadion zu laufen um dort Tickets an der Tageskasse zu ergattern. Gesagt getan, und ab Richtung Celtic Park gelaufen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Celtic Fankneipe vorbei und entschlossen uns, auch dort mal nach Karten zu fragen. Leider hatte niemand Karten abzugeben, außer zwei drei Einzelkarten verstreut im Stadion, doch da wir zu neunt waren, kam dies erstmal nicht in Frage. Allerdings sprach sich in dem völlig überfüllten Pub schnell rum, das Deutsche anwesend waren und man kam schnell mit den doch sehr deutschfreundlichen Schotten ins Gespräch. Der Besitzer und ein Gast telefonierten für uns sogar eine Ewigkeit in der Weltgeschichte rum, um für uns Karten zu organisieren. Schließlich riet man uns, schnellstmöglich den Ticketshop vor dem Stadion aufzusuchen, was wir auch taten. Dort angekommen stellten wir fest, das alles ausverkauft war, doch die nette Dame im Ticketshop empfahl uns den Blackmarket, also den Schwarzmarkt direkt um die Ecke, auf welchem wir doch tatsächlich die begehrten Karten für den selben Preis wie aufgedruckt erstanden. Glücklich endlich Karten für das wohl zweitwichtigste Spiel nach dem Derby Celtic vs. Rangers bekommen zu haben, machten wir uns auf, in einem nahe gelegenem Pub unseren Erfolg mit einem Cider oder gewöhnungsbedürftigen Bier zu begießen.

Voller Vorfreude machten wir uns schon sehr früh auf in unseren Block und konnten zusehen, wie sich das Stadion immer mehr füllte. Der Anblick dieses Wahnsinnsstadions allein reichte aus, um eine Gänsehaut zu bekommen. Wir saßen hinter dem Tor recht weit oben, aber die Sicht auf das Spielfeld war mehr als gut. Man war gespannt was beim Einlauf der Mannschaften choreomäßig passieren würde. Die Enttäuschung war natürlich riesig als man nur vereinzelt ein paar Celtic Fahnen sah, welche ohne irgendwelche Abstimmung geschwenkt wurden. Natürlich war es laut beim Einlaufen der Mannschaften, aber das „you never walk alone“ war schon der Hammer. Tausende von Kehlen auf der Insel dieses Lied singen hören ist einfach unbeschreiblich. Damit war es aber auch vorbei mit der Herrlichkeit und die meisten Zuschauer beschränkten sich auf zuschauen. Einzig die geschätzten tausend Heart Fans aus Edinburgh machten Stimmung. Die Celtic Fans beschränkten sich auf sporadische Celtic Celtic Rufe. Unter dem Strich gesagt, hätte ich mir für solch ein Spiel mehr Stimmung erwartet. Einzig der Jubel zum glücklichen 2:1 Sieg für Celtic kurz vor Schluss war noch ganz ansehlich, aber ist durchaus Normalität in jedem gut gefüllten Stadion in Deutschland. Aber schon allein des Stadion wegen lohnt ein Besuch auf jeden Fall, auch wenn die Eintrittspreise doch schon gepfeffert sind (um die 35Euro).

 

Zur Fußballszene in Glasgow sei noch anzumerken, dass sich diese nach Konfession zusammensetzt. Auf der einen Seite die katholischen Celtic Fans, auf der anderen die protestantischen Rangers. Auch einige Stadtviertel sind entweder strikt katholisch oder protestantisch, was gleichbedeutend mit der Unterstützung des jeweiligen Fußballclubs ist. Man sollte es vermeiden, in Glasgow gegenüber Einheimischen Partei für einen der beiden Clubs zu ergreifen. Als Tourist kann man wirklich schlecht abschätzen, wo man sich gerade befindet, und bei diesem Thema ist doch etwas Vorsicht geboten.

 

Nach dem Besuch des Motörhead Konzerts und einer Tour nach Edinburgh inklusive Highlandtour war unser Kurztrip auch leider schon zu Ende, und mittels Ryanair landeten wir wieder sicher in GOOD OLD GERMANY.

Fischel-Rabauken Bergstrasse

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